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Wie sich Dein Leben durch eine Maske verändert

Wir alle setzen Masken auf, denn wir glauben, dass wir durch sie geschützt sind. Was aber geschieht mit uns, wenn wir uns hinter einer Maskierung verbergen? Die Risiken könnten den Nutzen überwiegen.

Wir alle setzen Masken auf, denn wir glauben, dass wir durch sie geschützt sind. Was aber geschieht mit uns, wenn wir uns hinter einer Maskierung verbergen? Die Risiken könnten den Nutzen überwiegen.

Wie sich Dein Leben durch eine Maske verändert


Wie sich Dein Leben durch eine Maske verändert

Wir setzen Masken auf, denn wir möchten uns anders zeigen, als wir sind. Oftmals möchten wir Gefühle oder gar Verletzlichkeit verbergen. Warum? Weil wir glauben, man könne missbräuchlich mit unseren Gefühlen umgehen und uns verletzen. Daher wünschen wir uns, das wir möglichst alle Emotionen nach außen verbergen können.

Es geschieht das unerwartete

Leider ist es so, dass wir die falschen Dinge wie Menschen anziehen und die Probleme nicht abnehmen. Ganz im Gegenteil, es wird immer deutlicher: Wir geraten in die Spirale der Abtrennung von unseren Mitmenschen. Wir fühlen uns immer unverstandener und ziehen uns nach und nach zurück von unserer Umwelt. Es scheint, als könnten wir niemandem vertrauen und als würde jeder solche Versuch direkt zur Bestätigung unserer Vermutungen, dass wir nicht vertrauen dürfen. Es scheint sich ganz deutlich zu bewahrheiten, dass wir keine Chance haben, uns an unsere Umwelt so anzupassen, dass wir zurechtkommen.

Ein prominentes Beispiel

Lieutenant Commander Worf aus der Star Trek Welt ist der uns allen wohl bekannteste Klingone aus den Serien und Filmen. Ich durfte Michael Dorn, dem Menschen hinter der Maske, in Bonn 2017 begegnen und lauschte gespannt seinen Worten.

Am Anfang dachten alle anderen Schauspieler der Serie, dass Michael Dorn keinen Humor besäße und man begegnete ihm das erste Jahr der Dreharbeiten recht feindsinnig und verschlossen gegenüber. Man brachte ihn mit seiner Rolle in Verbindung und nahm ihn als kühlen und feindseligen Menschen wahr, der nicht lachen kann.

Es gab einen Grund dafür, aber den wussten die anderen Menschen am Set nicht. Er war schon sehr viel früher am Drehort, da er jeden Tag aufwändig geschminkt wurde. Durch seine Maske musste er bei jeder Bewegung aufpassen, dass er diese nicht zerstörte. Dadurch wirkten Gestik und Mimik sehr kühl und befremdlich.

Eine Änderung ergab sich erst in einer Folge / Szene, in der auch die anderen Schauspieler als Klingonen dargestellt wurden. Diese wurden nun ähnlich geschminkt und erlebten die Veränderung durch die Maske sowie den damit verbundenen Effekt. Sie konnten nun spüren, dass auch sie sich kaum durch Mimik und Gestik ausdrücken konnten. Dies sorgte dafür, dass sie sich für Michael Dorns Persönlichkeit öffneten.

Er ist übrigens hinter der Maske ein recht zart wirkender Mann, der Veganer ist und einen mehr als freundlichen Charakter hat. Regelrecht witzig und charmant konnte ich ihn erleben und ich freue mich, ihn kennengelernt zu haben.

„Pasta a la Worf“ könnte man sein veganes Lieblingsessen nennen. Dazu braucht es neben Spaghetti veganes Hack, Kapern, Chili und Öl.

Achten wir auf unsere Masken

Je mehr wir verbergen, wer wir sind, umso weniger wird man auf den Menschen reagieren, der wir in Wirklichkeit sind. Man wird immer mehr auf das reagieren, als was wir nach außen gerne erscheinen mögen. Das aber wird nichts sein, mit dem wir uns verbunden fühlen. Wir fühlen uns nicht gesehen, weil wir unser wahres Selbst unsichtbar erscheinen lassen. Sollten wir also nicht den Mut finden, zu unseren Gefühlen, unserem wahren Ich und zu unseren Empfindungen stehen zu können, so entfremden wir uns immer weiter – nicht nur von anderen Menschen, sondern vor allem von uns.

Wir alle sind gut genug, aber wir haben verlernt, das in uns zu sehen. Anderen Menschen können wir viel mehr durchgehen lassen als uns. Es wird Zeit, dass wir unsere früheren Verletzungen, Schuldgefühle und Schuldzuweisungen in Frieden auflösen können. Darunter darf dann wieder unsere Persönlichkeit zum Vorschein kommen – und die entwickelt sich oftmals sehr schnell und ebenso angenehm.

Im Rahmen von psychologischer Beratung und Hypnose Coaching erleben wir es sehr oft, dass Menschen erst wieder mit der eigenen Persönlichkeit begegnen müssen, da sie diese viel zu lange unterdrückt haben. Sie verlieren die Bodenhaftung durch das fehlende Profil wie Slicks auf Schnee. Sobald aber das Profil wieder angenommen wird, entsteht auch die entsprechende Stabilität wieder, die zur Grundlage eines vollkommen neuen Lebensgefühls wird, welches sich dann nicht mehr so leicht erschüttern lässt.

Ein Gedanke zu „Wie sich Dein Leben durch eine Maske verändert

  1. Jo Wolf

    Masken sind in wichtiges und vielschichtiges Thema (und interessantes obendrein), dass mich auch schon geraume Zeit beschäftigt. Was ich hier noch ergänzend einwerfen möchte, ist das Masken nicht nur ein Mittel sind, um sich zu verstecken. (Das wahre Selbst, das versteckt werden soll, ist ohnehin eine diffuse, relative Begrifflichkeit.) Masken sind auch eine Ausdrucksform. Sie geben beispielsweise die Möglicheit, Facetten unserer Persönlichkeit darzustellen. Sie sind neben einer Schutzfunktion, die häufig als negativ bewertet wird, auch eine positive, kreative Umgangsform mit sich und dem Leben.
    Liebe Grüße, Jojo

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