Warum einige Menschen keine Gefühle zeigen können

Gibt es das wirklich? Gibt es Menschen, die ein Problem haben, Gefühle zu zeigen oder ist das eher ein Gerücht? Was steckt hinter der Gefühlskälte oder auch Gefühlsblindheit einiger Menschen?

Gibt es das wirklich? Gibt es Menschen, die ein Problem haben, Gefühle zu zeigen oder ist das eher ein Gerücht? Was steckt hinter der Gefühlskälte oder auch Gefühlsblindheit einiger Menschen?

Warum einige Menschen keine Gefühle zeigen können

Bild by Beziehungsdings.de


Warum einige Menschen keine Gefühle zeigen können

Man nennt es wirklich Gefühlsblindheit oder auch Alexithymie bzw. Gefühlskälte sowie Gefühlslegasthenie, wenn man über Menschen spricht, die keine Gefühle zeigen können. Sie können kaum Gefühle wahrnehmen, beschreiben sie auch nicht emotional, sondern reduzieren die meisten Reize auf körperliche Empfindungen. Aktuell gilt es nicht als Störung mit Krankheitswert oder Krankheit.

Wie kann man sich diese Gefühlsleere vorstellen?

Es geht vor allem darum, nicht

  • eigene Emotionen wahrzunehmen und zuordnen zu können;
  • eigene Gefühle steuern und beeinflussen zu können;
  • emotional verhältnismäßig und angemessen zu reagieren;
  • die eigenen Gefühle gezielt in Unterhaltungen einzubinden;
  • die Gefühlswelt und das Verhalten anderer Menschen zu verstehen.

Test: Bin ich gefühlsblind?

Die nachfolgenden 10 Aussagen hinterfragen die Tendenz zur Gefühlskälte und geben einen deutlichen Hinweis: Je mehr der Aussagen zutreffen, desto wahrscheinlicher ist eine Alexithymie – auch Alexithymia genannt.

  • Du hast nicht viele Freunde und soziale Kontakte kannst du sehr schlecht knüpfen.
  • Du kannst nur schlecht neue Beziehungen eingehen.
  • Auf die Frage „Wie geht es dir?“ kommt selten mehr als „Gut!“ oder „Schlecht!“ Eine Differenzierung bzw. genauere Beschreibung erscheint schwierig.
  • Du wirst oft als unterkühlt, kaltherzig oder unzugänglich beschrieben.
  • Wenn jemand in deiner Nähe zu extremen Gefühlen neigt, wie zum Beispiel in Tränen auszubrechen, dann ist dir das so peinlich, dass du am Liebsten im Erdboden versinken willst.
  • Körperliche Nähe macht dir Angst oder lässt dich zumindest sehr unsicher werden und ist dir sehr unangenehm. Du fühlst dich auf Distanz sehr viel wohler.
  • Der Kontakt zu Familie, Freunde und Kollegen ist gleichermaßen schwer, wie jede Beziehung, denn viele Menschen fühlen sich oft unverstanden von dir.
  • Du machst einen hohen Bogen um Leute, die irgendwie hilfsbedürftig wirken.
  • Du würdest niemals das Thema Gefühle in eine Unterhaltung bringen.
  • Man bezeichnet dich als „nicht von dieser Welt“ oder „nicht normal“ oder als besonders sachlich.

Es geht hier nicht um einen Test, der klar sagt, wer gesund oder krank ist. Wer jedoch viele dieser Anzeichen erkennt, der sollte weitere Fragen stellen und sich mit dem Thema näher befassen.

Ursachen der Gefühlsblindheit

Als Ursache für Gefühlsblindheit scheinen vor allem in Frage zu kommen:

 

  • Erziehung, wenn die Gefühlskalte durch Eltern oder wichtige Bezugspersonen gelernt wurde.
  • Drogenkonsum, der aber auch oftmals von gefühlskalten Menschen beobachtet wird. (Hinweis: Ebenso wie der Drogenkonsum auch eine Folge sein kann, so können auch Essattacken oder eine abnorme Sexualität eine Folge sein.)
  • Traumatische Erlebnisse, wobei die Unterdrückung der Gefühle eine Art von Schutz unseres Unterbewusstseins sein kann bzw. dies so gewertet wird.
  • Eine Art von „Nebenwirkung“ oder ein Symptom einiger Krankheiten, wie beispielsweise: Asperger Syndrom, Burnout bzw. Depressionen oder Angststörungen.

Drei wichtige Schritte heraus aus der Gefühlskälte

Natürlich ist niemand gleich krank, wenn er wenige Gefühle wahrnimmt oder gar behandlungsbedürftig. Wenn aber man selbst oder das Umfeld leidet, dann schadet es nicht, sich damit auseinanderzusetzen und einen Lösungsweg zu finden. Genau deswegen sind die nachfolgenden Ansätze / Gedanken vielleicht eine wichtige Hilfe.

Übrigens: Oftmals sind es Frauen, die männliche Gefühlskälte beklagen. Es kann jedoch sein, dass es hier auch darum geht, sich nicht wahrgenommen zu fühlen und mehr emotionale Zuwendung zu brauchen. Es muss nicht immer klar sein, was genau vorliegt – manchmal kann es auch ein Mix mehrerer Elemente sein. Daher ist vor allem der dritte Hinweis wichtig.

1 Setze dich damit auseinander

Eine positive kritische Auseinandersetzung und Weiterentwicklung ist gefragt. Versuche achtsam die Kontakte mit anderen Menschen zu reflektieren. Dabei kann auch die Liste von oben helfen. Wenn du gleichmäßige Beobachtungen machen kannst, die sich so erklären ließen, dann hast du mögliche Ansätze – vielleicht aber auch nicht.

2 Umgib dich mit guten Leitbildern

Suche dir eine mitfühlende Umgebung und liebenswerte Menschen. Vielleicht kann die schöne und liebevolle Umgebung dich motivieren, dich auf Gefühle einzulassen und leitet dich ein wenig in eine bessere Richtung. Es geht nicht immer um schwarz und weiß, sondern oftmals um eine gewisse Veränderung und Annäherung.

3 Suche professionelle Hilfe

Ob nun ein Coaching, eine psychologische Beratung eine Paartherapie oder eine Psychotherapie – Hilfe ist angesagt, wenn es nicht leicht fällt, das Leben sehr schwer wird und du die Überlegung hast, mehr vom Leben zu wollen. Natürlich ist es manchmal schwer, sich wirklich zu befreien, aber wenn einem die Veränderung Freude macht, die sorgsam begonnen wird, dann merkt man den Gewinn einer Veränderung. Daher: Erkundigen, behutsam beginnen und dann gemeinsam nach einem guten Weg suchen. Melde dich gerne, um im persönlichen Kontakt deinen persönlichen Weg zu finden.


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